Backyard Gardening

In den letzten 2 1/2 Monate haben wir fast jedes Wochenende damit verbracht unseren Hinterhof zu verschönern, Pflanzkisten und Beete zu bauen und uns auf die kommende Gartensaison einzustimmen. Davon soll dieser Artikel handeln.

Ich beginne mal mit einem Bild von unserem Hinterhof, wie er  Ende März aussah.

Unser Hinterhof Ende März

Unser Hinterhof Ende März

Unser Hinterhof war bis dahin eine Müllhalde im wahrsten Sinne des Wortes. Wie ihr seht ist der Hof geteilt, aber wir können beide Teile nutzen. Den größten Teil bedeckt eine super-hässliche Hütte, und mit ihr ein Haufen Dreck und Unrat, der dort schon seit mehreren Jahren dort sein Dasein fristet. Außerdem befindet sich in der Mitte die Feuertreppe unser Obermieter. Im letzten Jahr haben unsere Obermieter ständig ihren Müll einfach vom Balkon geschmissen. Wochenlang lag der dann da, bis nach mehreren Beschwerden, unser Vermieter ihn selbst auf die Straße zur Abholung gestellt hat. Schrecklich! Wir mussten irgendwas tun!

Anfang des Jahres  konnten wir  zum Glück unsere Vermieter überzeugen, die Hütte abzureißen. Das heißt natürlich, dass wir das selber machen mussten, aber wir waren schon froh, dass wir das Ding endlich loswerden konnten.

So das Ding war weg. Was nun? Wir haben uns überlegt, dass wir ein Beet bauen könnten. Wir hätten dann richtig viel Platz für Gemüse und Blumen und der Hinterhof würde viel freundlicher wirken. Gesagt, geplant. Neben diversen Balkonkisten und Pflanzkisten sollte unser Frühlingsprojekt also ein Beet werden. Hier unsere erste Idee:

Bettidee

Bettidee

Heike hatte mit einer Freundin Holz besorgt, das bei einer Wohnungsrenovierung übrig geblieben war. Die Idee war ein L-förmigen Rahmen zu bauen, der dann mit Folie ausgelegt wird. Die Rückseite würde dann die Hauswand sein.Natürlich musste alles wohl geplant sein:

Pläne und Zeichnungen für unser Hinterhofbeet

Pläne und Zeichnungen für unser Hinterhofbeet

In der Zwischenzeit hatten wir durch eine weitere Wohnungsrenovierung auch noch besseres Holz bekommen. Ein Freund hat uns zusätzlich seine Kreissäge geborgt. An einem Wochenende war also alles Holz gemessen und geschnitten und mit Leinöl gestrichen, so dass am nächsten  nur noch alles zusammengesetzt werden musste – fast wie ein IKEA-Möbel ;-)

Letzte Arbeiten am Beet

Letzte Arbeiten am Beet

Als letztes haben wir alles mit Folie ausgelegt und mit Erde gefüllt. So das Beet war fertig, aber die hässliche Wand der Nachbarn stört doch immer noch sehr. Der Ausweg sind natürlich Rankelpflanzen, wie zum Beispiel Bohnen. Also haben wir noch Bohnenstangen montiert.

Montage der Bohnenstangen

Montage der Bohnenstangen

Alles sieht auch schon freundlicher aus, denn in den selbst gebauten Balkonkästen blühen schon Blumen und die Feuertreppe eignet sich wunderbar für Hängekörbe. Letztes Wochenende ging’s dann zum Canadian Tire (die lokale Baumarktkette), um Pflanzen zu kaufen.

Schnupperkurs im Beet für unsere Pflanzen

Schnupperkurs im Beet für unsere Pflanzen

So, und nun ist es soweit. Gestern haben wir die vorerst letzte Kiste fertiggestellt. Insgesamt waren es dieses Jahr 8 Kisten und das Beet. Das schlaucht ganz schön. Heike hat in den letzten Wochen schon angefangen alles zu bepflanzen (soweit das schon möglich war).

Langsam wird's grün bei uns

Langsam wird's grün bei uns

Vielleicht fallen euch die Holzstäbchen im Beet auf. Damit schützen wir die Pflanzen vor Eichhörnchen, die sich auch dieses Jahr echt wieder als Plage entpuppen. Heute morgen  mussten wir zum Beispiel feststellen, dass die Kiste mit Salat komplett umgegraben war. Die kleinen Pflänzchen haben’s natürlich nicht überlebt. Da müssen wir wohl von vorne anfangen.

Aber nicht heute. Morgen ist nämlich Journée nationale des patriotes (in anglo-Canada Victoriaday). Also langes Wochenende und gleich geht’s bei 30°C  los an den See :-D

LG
Sören

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[wa:bjeng?!] – Ab geht’s in die Verlängerung

Arbeitserlaubnis 2012

Arbeitserlaubnis 2012

So, nun ist es offiziell: Wir gehen in die Verlängerung !! *Hüpf*! :-D Wir haben vor knapp zwei Wochen unsere Arbeitserlaubnisse mit der Post erhalten, und in einer feierlichen Zeremonie die Dokumente im Pass ausgetauscht. Nun dürfen wir also bis zum Sommer 2013 in Kanada bleiben und arbeiten.

Vielen Dank will ich an dieser Stelle loswerden an die Kollegen vom DWD und von Environment Canada, um das hier möglich zu machen.

Also auf ein neues! :-)

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New York, U.S.A.

Tja, wie beginnt ein treuer Superpunk-Fan wohl einen New York Blog? Natürlich so:

Ich seh’ New York, New York, USA
Noch niemals sah ich etwas, was so hoch war
Wie New York, New York, USA

Hoch, hoch, so hoch
Hell, hell, so hell
Schön, schön, so schön
Schnell, schnell, so schnell

First National City Bank (hoch so hoch)
Waldorf Astoria (hoch so hoch)
RCA Building (hoch so hoch)

// New York, USA (Why not?, 2008)

So, das musste echt sein. ;-) Jetzt zum Thema. Ja wir ihr ja wisst, waren wir Ende April in New York, USA, um

  • Céline, David und Simon zu treffen, die sich New York als Abschied für ihre tolle USA-Wohnwagen-Tour ausgesucht hatten (Davon können sie aber selbst berichten ;-) )
  • dem hässlichen Frühling in Montréal zu entfliehen
  • und natürlich endlich man die doch so bekannte Großstadt zu erkunden.

Dem Amerika-Unkundigen sei gesagt, dass New York im Grunde um de Ecke liegt. Auf der Karte seht ihr,  dass der Bundesstaat New York ja schon etwa 50km entfernt von Montréal beginnt. Die Hauptstadt ist übrigens Albany (falls der Geographielehrer fragt). Die Stadt New York City ist so etwa 600km von uns entfernt. Ihr seht, dass man eigentlich immer nur auf der Autobahn 87 nach Süden fahren muss. Sehr einfach zu finden, und von Montréal auch schon ausgeschildert.


View Larger Map

Vorneweg muss ich beichten, dass ich kein gutes Gefühl bei New York hatte. Ich dachte mir solch Sachen wie: Mann, das ist zu groß. Da gibt’s Millionen Leute, die sich auf den Füßen rumtrampeln. Es ist laut, dreckig, hektisch. Zudem weiß man nichts mit sich anzufangen, wenn man nicht auf Fancy-Schmancy-Bars/Restaurants steht, und nicht so ultra-hipp drauf ist, mit großen Sonnenbrillen und Koteletten. Na wir werden sehen, ob sich meine Ängste bestätigt haben.

Achso, sollte ich noch erwähnen: Wir sind natürlich mit der Schwedenkutsche hin, nachdem Vito nochmal 3l Öl nachgefüllt hatte. Warum mit dem Auto? Gute Frage, denn schließlich gibt’s ja auch den Bus und sogar einen Zug. Der Zug braucht für die 600km aber 14h! Und vom Busfahren haben uns alle Freunde abgeraten, denn die Route ist sehr beliebt bei amerikanischen Studenten. Daraus folgt, dass der Bus oftmals mehrere Stunden an der Grenze aufgehalten wird, wenn einer seine Drogen nicht gut genug versteckt hat, oder seinen Pass vergessen hat. Typischerweise ist der Alkoholkonsum in den Bussen wohl auch enorm, was die Busfahrt schnell sehr unangenehm machen kann, auch wenn man nichts trinkt. Zu guter Letzt kostet eine Fahrt nach New York etwa $160 pro Person. An Benzin kommt man auf den gleichen Preis – aber eben für zwei.

Also ging’s am Freitag morgens früh los, bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Grenze. Trotzdem ich noch neue Einreisepapiere brauchte, hat’s nur ‘ne halbe Stunde gedauert. Gemütlich fuhren wir dann durch New York – den Bundesstaat. Mann, und die Landschaft ist echt schön. Man kommt zuerst durchs Adirondacks-Gebirge. Hier ist der Highway sogar eine Scenic route – also eine besonders schöne Straße. Vorbei ging’s dann  an Albany, der Hauptstadt und durch die Appalachen. Nach 6 1/2h erreichten wir New Jersey, also die Suburbs von New York. Und das erste was auffällt – Es ist alles super grün. Die Leute wohnen quasi im Wald. Krass, denn in Montréal sind die Vororte alle betoniert. Das wächst kein Baum, kein Strauch.

Nach Manhatten ging’s dann über die Washington-Bridge. $12 Mautgebühr als Einitritt in die Stadt. Hier hatten wir auch die erste Begegnung mit einem New Yorker. Der Mautgebührenkassierer motzte uns an, wir sollen doch abhauen. Hier gibt’s nischt zurück. Nur Geld rüberreichen und weiterfahren!! Oho, schöne Begrüßung. Naja nach weiteren 15min standen wir dann schon vorm Haus in Harlem, in dem Céline und David eine Wohnung gemietet hatten. Exakt 7h Fahrt, kein Stau, total entspannt. Wer hätte das erwartet.

NYC - So schön grün ist's 600km südlich von Montréal

NYC - So schön grün ist's 600km südlich von Montréal

Céline, David und Simon waren schon ein paar Tage eher angekommen. Wir hatten uns für später am Nachmittag verabredet, weil keiner so richtig abschätzen konnte/wollte wo man sich treffen solle. Also hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, um mal die nähere Umgebung zu erkunden. In Harlem ist man eher ein Exot, wenn man “weiß” ist. Wir waren aber  überrascht, wie sauber und ordentlich alles ist – und dass soll keinesfalls rassistisch rüberkommen! Ihr müsst euch nur mal vorstellen, das wir in Montréal Ende April gerade mal die erste Straßenreinigung des Jahres hatten. Überall liegt noch der Dreck vom Winter. Und auch sonst, ist es bei uns hier eher “schmuddelig”.  Im Westen von Harlem am Hudson Fluß ist’s so Latino, dass sogar die Schilder auf Spanisch sind. Vor den Häusern sitzen Leute rum und beobachten das Treiben und quatschen. Das ist echt ‘ne andere Welt.

Am Abend trafen wir dann endlich die drei. Mann, war das ein schönes Wiedersehen. Für uns ist es toll, nach langer Zeit mal wieder Freunde zu treffen, und so herzlich begrüßt zu werden. Echt komisch, aber auch schön, nach nur einem halben Tag Autofahrt, die Freunde zu sehen. Da sind der  Kontinent und die Stadt plötzlich gar nicht mehr so groß.

Am Samstag galt es dann die Stadt zu erkunden. Glücklicherweise spielte das Wetter mit. Vorhergesagt war Regen für das ganze Wochenende, aber der Samstag immernoch super.

Wir hatten gelesen, dass New York die Stadt der Exzentriker ist. Menschen kommen hierher, weil sie eine Bühne brauchen, um sich selbst zu beweisen und sich darzustellen. Ha, und genau so ist’s wohl.

NYC - Bühne für Exzentriker

NYC - Bühne für Exzentriker

Und dann dieser Konsum. Unglaublich! Also wenn etwa 100 Leute vor ‘nem Abercombie & Fitch Laden im strömenden Regen am Sonntag Schlange stehen, um sich mit ‘nem Fotomodel fotografieren zu lassen und dann völlig überteuerte Kaputzen-Shirts zu kaufen, dann weiss ich auch nicht weiter. Haben die nischt besseres zu tun? Naja uns konnt’s egal sein.  Wir nutzen am Samstag das schöne Wetter, um dem High-Line Park zu besuchen. Leider war’s auch hier sehr voll. Aber, nett sind die Straßenverkäufer, die Hotdogs, Fleischspieße oder auch Fruchtcocktails anbieten. Wir haben sofort an die Leipziger Ein-Mann-Bratwurststände gedacht. Mann, das müsste’s in Montréal geben – ein Träumschen ;-)

Der High-Line Park ist übrigens eine alte Bahnstrecke auf Stelzen. Eröffnet in den Dreißigern, um die Fleischfabriken mit Waren zu versorgen. In den 60′igern wurde die Strecke stillgelegt, und rottete so vor sich hin. In den 90′igern gründete sich ein Verein, der  sich um die Erhaltung kümmert. Nun ist die alte Bahnstrecke ein Park. Es bieten sich viele interessante Ausblicke auf Downtown Manhatten.

NYC - 'Hoch so hoch'

NYC - 'Hoch so hoch'

Erschöpft und hungrig erreichten wir dann Chinatown. Ein Professor aus Heike’s Institut hatte uns ein Restaurant empfohlen, dass wir nach nie-enden-wollendem Fußmarsch auch fanden. Aber gelohnt hat sich’s . Nach der Stärkung haben wir noch die Brooklyn Brücke besucht. Ein Muss für Mühlhäuser, wie Heike, denn immerhin wurde sie von Augustus Röbling (einem Mühlhäuser) geplant und konstruiert.

Abends fing’s an kräftig zu regnen und wir machten uns einen gemütlichen Abend in der Wohnung. Schließlich gab es ja eine Menge zu erzählen.

Der Sonntag war, wie angekündigt sehr verregnet. Und was macht man da? Na klar, man geht ins Museum. Wir haben uns das Museum of Modern Art (MoMA) ausgesucht. Das haben sich 100′erte Leute natürlich auch gedacht, so dass es eine lange Schlange im strömenden Regen gab. Simon verhalf uns aber, uns vorbei an allen vorzudrängeln ;-) Das Museum selbst? Also meine Meinung? Naja! Es fällt mir schwer zu verstehen, was bitteschön die große Kunst daran ist, ein rosa Brett an die Wand zu lehnen, leere Bilderrahmen aufzuhängen oder 1m x 1m Putz von der Museumswand zu entfernen.

NYC - Links: 'Kunst' im MoMA, rechts: 'Kunst' in Chinatown

NYC - Links: 'Kunst' im MoMA, rechts: 'Kunst' in Chinatown

Leider findet man den echten Andy Warhol  oder den Van Gogh gar nicht mehr so spannend im Original, wenn man schon 10.000 Kopien gesehen hat. Ich muss sagen, dass mir die Feininger-Austellung  im Montréaler Musée des Beaux-Arts besser gefallen hat. Da erlebt man die ganze Geschichte eines Künstlers und kann die Werke dann auch besser einordnen. Naja, nicht so schlimm. Interessant war’s dennoch. Und wir haben quasi den ganzen Tag dort verbracht und irgendwie doch nur 1/3 gesehen.

Im Regen ging’s dann ins East Village – also in den Südosten von Manhatten. Oben  geanannter Professor aus Heike’s Institut hatte uns ein brasilianisches Restaurant empfohlen.  Total durchnässt und mit einem quängelndem Simon kamen wir irgendwann dort an, und was soll ich sagen. Der lange Weg hat sich echt gelohnt. Erstens liefen wir durch eine total schöne Gegend. Ein bisschen wie in Montréal: ältere dreistöckige Häuser, enge Bürgersteige, viele Bäume und Parks und kleine Läden, Cafés und Restaurants. Und das Restaurant war unglaublich. Die Kellnerinnen zwar ein bisschen ruppig, aber das Essen und Cocktails waren einfach spitze. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt, solltet ihr unbedingt mal Ceviche probieren – ein Gericht aus in Kokusmilch und Zitronensaft mariniertem rohen Fish. Sehr lecker!

Auf dem Rückweg gab’s dann noch Breakdance in der U-Bahn.

Break-Dance in der U-Bahn

Break-Dance in der U-Bahn

Hier noch ein mal ein Blick in unsere “Hood” Harlem ;-) Am Montag haben Heike & ich noch einen Second-Hand Laden unsicher gemacht. Unter anderem hab ich endlich eine Gitarre zum erschwinglichen Preis gefunden. Und, wie es eben so ist, wenn man in ner fremden Großstadt parkt, sind wir natürlich in die Straßenreinigungsfalle getappt, was uns erst auffiel, als wir von unserem Harlem-Spaziergang zurück kamen, und die Schwedenkutsche als einziges Fahrzeug an der Straße stand – $45 Kurtaxe. Die New Yorker haben aber auch ein lustiges Prinzip. Wenn nämlich wegen Reinigung eine Straßenseite gesperrt ist, dann parken sie einfach zweite Reihe auf der anderen Seite. Hm, interessant das Konzept. Hat aber auch seine Nachteile, z.B. wenn man doch mal weg muss und dummerweise in der ersten Reihe steht. ;-)

Harlem - Unsere "Hood" für ein paar Tage

Harlem - Unsere "Hood" für ein paar Tage

Leider hieß es dann am Nachmittag auch schon wieder Abschied nehmen. Wir hatten ja 7h Fahrt vor uns und auch für Céline, David und Simon ging’s wieder zurück nach Deutschland. Und was soll ich sagen. Ein tolles Wochenende war’s ! Und im Grunde auch total entspannend. Wir sind eben viel rumgelaufen. Kein Stress. Und auch die Menschenmassen hielten sich in Grenzen. Als Tourist kommt mir New York im Grunde wie ein Streichelzoo vor. Man beobachtet all die schrägen Vögel. Einer bunter als der andere. Dazwischen gibt’s viel grün, und wenn’s zu weit wird zum laufen, steigt man in die Parkeisenbahn. ;-) Auf jeden Fall ist die Stadt eine (oder vielleicht auch mehrere Reisen) wert. Es war auch deshalb so entspannend, weil wir fünf irgendwie auf einer Wellenlänge ticken (naja, bei Simon wissen wir’s noch nicht ganz genau ;-) ). Man kann unbeschwert plaudern und Gefühle und Erfahrungen austauschen. Wenn man sich lange nicht sieht, gibt’s davon ja auch genügend. Also hier nochmal vielen Dank an Céline & David für die Einladung. Gerne mal wieder.

Céline, David, Simon, Heike &Sören in "Big Apple"

Céline, David, Simon, Heike & Sören in "Big Apple"

Nachdem wir die drei noch zu einer Metro-Station gefahren haben, gings für uns dann wieder zurück ins noch graue Montréal. Vorher machten wir noch einen unabsichtlichen Abstecher in die Bronx, weil wir die Autobahnauffahrt vor lauer Schildern verpasst hatten. Eh, die Bronx, Mann! Wir haben gedacht, wir fahren durch Mexico City. Alles auf Spanisch, und ein bisschen heruntergekommener als Manhatten. Es gibt super viele kleine Bistros mit mittelamerikanischen Gerichten. Viele Brücken, unter denen dann ein mit Maschendraht eingezäunter Schrottplatz und/oder Autohändler sein Glück versucht. Und sehr vorsichtig muss man sein, weil Leute (ein bisschen wie in Montréal) auch bei ner dreispurigen Schnellstraße bei Rot über die Ampel latschen. Eine tolle Erfahrung, wenn man das Wochenende in Manhatten verbringt, und den Eindruck hat, dass das wohl New York City sei.

Mir viel während der 7h Fahrt auf, dass Amerikaner offenbar deshalb so viele Kilometer am Tag fahren können, weil das Fahrgefühl hier ganz anders ist. Geschwindigkeitsgrenze auf der Autobahn 110km/h. Das heißt

  1. alle fahren 110km/h (auch LKW’s)
  2. wegen 1. überholt man im Grunde fast nie
  3. wegen 1. und 2. ist die Fahrt eben sehr viel entspannter, und man kommt ja dennoch voran.

In Deutschland sind die Geschwindigkeiten viel höher und auch (vielleicht noch wichtiger) die Geschwindigkeitsunterschiede. Man muss ständig bei vollster Konzentration sein, für den Fall dass einer mit 220 km/h angepecht kommt, und einen mit Fernlicht und Blinker von der Spur drängelt. Hier kommt der Raser eben mit 120km/h. Da hat man Zeit sich vorzubereiten, seinen Kaffee abzustellen und die Spur zu wechseln. Und als Deutscher ist man ja selbst der Raser :-P Also kamen wir auch relativ entspannt wieder zu Hause an.

Und das war er also, unser NYC Kurzurlaub. Reflexion gab’s oben schon. Bleibt mit nix weiter zu sagen als

LG
Sören

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La Cabane à la Campagne

Hallo. Also bevor wir über New York berichten, müssen wir erstmal von unser ersten Radtour 2012 erzählen. Die hatte es nämlich 1) ins sich und 2) war so ganz das Gegenteil von New York.

Also das ging so. Ein Freund – Steve – kennt eine Frau, die eine kleine Hütte – eine Cabane – in den Wäldern von Québec besitzt, diese aber selber nicht oft besucht. Also hat Steve nun Exklusivnutzungsrechte, unter der Voraussetzung, dass er auch hier und da mal was repariert, wenn er da ist. Er hat uns  und ein paar Freunde also eingeladen, über Ostern die Hütte zu besuchen.

Das sollte also unsere erste Fahrradtour dieses Jahr werden, obwohl Heike durch eine Erkältung doch recht angeschlagen war. Die Cabane ist etwa 90km von Montréal entfernt, wenn man den Zug nimmt, um die Insel hinter sich zu lassen, sind’s noch etwa 60km.  Am Samstag ging’s also mit dem Vorortzug nach Deux-Montagnes:

Im Zug nach Deux-Montagnes

Wir waren auf dem Hinweg nur zu zweit, denn die anderen sind alle schon am Freitag gefahren.  Ein Nachteil der ganzen Reise war der Fakt, dass die Cabane off-the-grid ist, also weder ans Strom~ noch ans Wassernetzwerk angeschlossen ist. Daher waren unsere Räder voll beladen, denn Wasser und Essen für zwei Tage mussten mitgebracht werden.

Auf dem Weg durch Québec zu Steve's Cabane

Wie man auf den Bildern sieht, ist’s in Québec noch nicht sehr grün. Man fährt so etwa 30km im Flachland, durch Montréaler Vororte und entlang Bauernhöfen, bis es dann ganz plötzlich sehr steil wird. Die Häuser werden spärlicher und die Asphaltstraße wird zur Sandstraße. Dort oben in den Wäldern lag sogar noch Schnee. Oftmals mussten wir die Räder schieben, weil es einfach zu steil war und die Reifen auf den Sandwegen gerutscht sind. Völlig erschöpft erreichten wir nach 5h aber doch die Hütte, und waren froh, dass das Feuer im Ofen schon loderte, und das Abendbrot  schon fast fertig war.

Steve's Cabane im Nirgendwo in Québec

Die Cabane ist schon über 100 Jahre alt, und daher auch sehr “rustikal”. Es gibt einen Hauptraum (im Bild unten rechts), und oben zwei Schlafzimmer. Dieses Haupthaus ist noch sehr gut in Schuss. Später wurde eine Küche angebaut (im Bild unten rechts). Diese ist in einem schlechten Zustand. Es gibt kein Fundament, weshalb sich dieser Teil absenkt; keine Dämmung, weshalb es unglaublich kalt wird; und auch kein richtiges Dach, weshalb es ständig droht reinzuregnen. Es gibt aber einen schönen Herd, und da kann man sich’s warm machen.

Es gibt auch eine Menge Erinnerungen, Briefe und Bilder. Alles schon sehr alt, und man fühlt sich als wäre man 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Da es kein Wasser gibt war unsere Hauptaufgabe, ständig das Feuer am Laufen zu halten, um Schnee zu schmelzen und zu kochen, um so Trinkwasser herzustellen. Das kann ein langwieriger Prozess sein, denn auf einem Holzofen Wasser zu kochen, kann schon mal 2h dauern.  Abends um 8 Uhr war’s dann auch dunkel und wir saßen alle im Hauptraum ums Feuer und haben Geschichten erzählt.

Ein unangenehmer Zwischenfall passierte uns, als Heike und ich (wir haben unten im Hauptraum geschlafen) mitten in der Nacht plötzlich Geräusche hörten und Taschenlampenlicht durchs Fenster sahen!! Hier im Nirgendwo!! Draußen sind Leute. Ich bin aufgesprungen und zum Fenster gerannt, und konnte sehen, dass sich mehrere Personen an unseren Fahrrädern zu schaffen machten! Das einzige, was mir einfiel, war zu brüllen, dass sie abhauen sollen. Glücklicherweise hat sie das tatsächlich abgeschreckt. Ich konnte dann drei Leute (wohl Jugendliche) erkennen, die in ihr Auto geflüchtet sind. Unmittelbar war die Gefahr gebannt, aber wir konnten die ganze Nacht nicht schlafen. Mitten im Wald, am Ende eines 5km Sandweges, vermutet man wirklich nicht, dass da mitten in der Nacht Leute vorbeikommen, die noch dazu versuchen die Fahrräder zu klauen!

Naja, der nächste Tag begann schön – zwar kalt aber die Sonne schien und wir konnten Ostereier suchen. Es ist schön, wenn man den Freunden eine Überraschung machen kann. Das Ostereier bemalen und suchen scheint nämlich eine deutsche Tradition zu sein.

Ostereier suchen mit unseren Freunden

Am Vormittag verließen uns Magali, Pier und Matt und wir restlichen drei machten dann erstmal einen langen Spaziergang im Wald. Leider gehört fast jedes Stückchen Wald irgendjemandem und es hingen überall große Schilder “Betreten verboten!” Soviel zur kanadischen Einsamkeit.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit den angekündigten kleinen Reparaturarbeiten. Steve hatte uns leider vorher nicht gewarnt, dass der Plan war, die Latrine zu versetzen. Das hatte er wohl aus gutem Grund verschwiegen ;-) Nun denn. Bei der Arbeit sah man dann mal ganz konkret den Unterschied zwischen deutscher und kanadischer Manier bei Bauarbeiten. Mein erster, zweiter, dritter, ….. Gedanke war: Das Klohaus ist so dermaßen marode, da hilft nur eins: Wir reißen das ganze Ding ab und bauen es neu auf. Mit frischem Holz und einer überlegten Konstruktion. Ganz anders Steve: Na das geht doch noch. Wir transportieren das gesamte Häuschen erstmal an den neuen Ort und sehen dann, was heil ankommt. Alles was abfällt auf dem Weg, nageln wir dann wieder ran. So hält das nochmal 5 Jahre.  Raus gekommen ist ein Mix aus beiden. Denn, als wir nur die kleinste Anstrengung machten, die Latrine zu bewegen, fiel sie – wie ich vermutet hatte- einfach ins sich zusammen. Wir haben dann die Einzelteile an den neuen Ort verfrachtet und wieder zusammengesetzt. Der Fußboden war gar nicht mehr zu retten, so dass wir wohl oder übel einen neuen zimmern mussten. Der Rest wurde mit etwa 200 Nägeln wieder zusammen gehämmert. Meiner Meinung nach übersteht sie dennoch diesen Sommer nicht.  Steve ist halt der totale Optimist, und ich ja eher pessimistisch veranlagt (oder etwa Realist ;-) ). Na wir werden es ja sehen.

Viel Arbeit gab's zu erledigen

Ansonsten haben wir natürlich ununterbrochen Wasser aufbereitet, und auch hin und wieder eine nette Besonderheit am Haus entdeckt, wie zum Beispiel das eingemauerte Herz im Schornstein vom Kamin. Abends gab’s leckere Tortillas.

Und was soll ich sagen – ihr ahnt’s vielleicht – in der Nacht bekamen wir wieder Besuch. Wir hatten vorsorglich die Räder ins Haus geholt. Dennoch stromerten nachts Leute ums Haus und ich musste wieder erst rausbrüllen, um sie zu verscheuchen. Mann eh, da geht einem ganz schön die Muffe.

Am nächsten Tag erlebten wir  – statt dem angekündigten mal kurz durchwischen – den gründlichsten Hausputz überhaupt. Denn Steve hatte sich vorgenommen, nicht nur überall zu wischen, sondern auch so eine Art Frühjahrsputz zu machen. Dabei wurden alle Deckenbalken gekehrt und überall gründlich gefegt und gewischt. Gegen Mittag machten wir uns dann auf den Rückweg.

Der beschwerliche Rückweg

Diesmal sollte es schneller gehen, denn zurück nach Montréal geht’s ja bergab. Und es gab Rückenwind. Leider war es sehr kalt und es nieselte auch ab und zu. Das Bistro, in dass wir einkehren wollten hatte auch zu – Ostermontag, so dass wir stattdessen direkt vorm Bistro in einem Minianbau unsere letzte Verpflegung mampften. Zu allem Unglück kam auch meine Erkältung zurück, so dass ich nach 70km total im Eimer war.

Als wir im Nachhinein das Wochenende auswerteten, kam uns eigentlich nur ein passendes Adjektiv in den Sinn: Das Wochenende war echt intensiv. Eine Fahrradtour ist immer toll; die Landschaft ist auch sehr schön, aber ohne Strom und Wasser kann das Leben ganz schön hart sein. Man ist im Grunde den ganzen Tag damit beschäftigt, sich zu versorgen. Da bleibt wenig Zeit, um auszuspannen, bevor es dunkel wird, und man total kaputt ins Bett fällt.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das in nächster Zeit wiederholen will, obwohl Steve ja immer nach Freiwilligen sucht, die mit ihm hinfahren, um ein paar Reparaturen vorzunehmen ;-) .

Na dann im Nachhinein frohe Ostern
Sören

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[clic] – Großer Apfel

Yeah, schonwieder ein langes WE! Wir fahren nach New York, um uns dort mit Céline, David, und Simon zu treffen. Quasi so eine Mini-WG-unterm-Dach-Reunion. :) 600km, geplante 7h Fahrt und dann – schauen wir mal. :)

 

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CFS – Concordia City Farm School

 Alles neu macht der Mai. Oder aber eben schon der März. Da begann nämlich die Concordia City Farm School (CFS). Zufällig hab ich kurz vor Bewerbungsschluss inmitten der Schneemesskampagne im Februar von diesem Programm der Concordia Uni gehört und hab mich zwischen Tür und Angel beworben. Es ist wahrlich eine kleine Schule (in Dt. würde man statt School eher Programm sagen), wir sind grad mal zu 16. Hab mich riesig über die Zusage gefreut, denn auch wenn gärtnern bei Action Communiterre Spaß macht, so wollt ich schon seit geraumer Zeit mal die Gärtnerei von Grund auf lernen. Fokus liegt bei der CFS, darauf, wie man bei Platzmangel in der Stadt in Kästen Pflanzen züchtet.

Aller zwei Wochen gibt es nun zweistündige Workshops im Uni-Gewächshaus (gelegen in der 13. Etage eines Büroklotzes downtown) und 1x pro Woche hat jeder eine sogenannte Gießschicht, in der die Workshopinhalte (Bodenkunde/Aussäen/Umtopfen/…) umgesetzt werden. Bis Mai züchten wir etwa 10.000 Pflänzchen, die dann an verschiedene Collective Gardens verteilt werden. Ab Mai finden die Workshops dann in dem Garten auf dem etwas ausserhalb gelegenen Campus statt. Bisher macht es unglaublich viel Spaß! Unsere Lehrerin hat eine Gartenbauausbildung im hiesigen botanischen Garten gemacht. Harte Schule würd ich sagen, 100% Keimquote lautet die Devise! Und die erreicht man so:

1. Mittels Bleistift wird genau ein Saatkorn in die Mitte der Zelle plaziert

2. Mittels Sieb wird die Aussaat in ca. 1.5-2facher Saatkorngröße mit Erde bedeckt

Und dann heisst es – immer schön feucht halten und zu hohe direkte Sonneneinstrahlung vermeiden (Algenbildungsgefahr!). Falls man alles beachtet und ausserdem eine gute Saatqualität hatte, wird aus diesem Anblick:

Ausser Beschilderung noch nix zu sehen...

… dann dieser:

ca pousse! (es spriesst!)

Meine Gewächshausschicht ist am Freitagmorgen. Könnt euch ja vorstellen, wie groß meine Motivation danach ist, zu McGill zu fahren, um den Rest des Tages vorm Rechner zu fristen…

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[clic] – Eiermalerei

Rohmaterial: Eier, Wachs, Federkiele

Es ist mal wieder soweit, Ostern steht vor der Tür. Oder ist ja quasi schon mit’m halben Fuß in der Tür. Pünktlich vorm Karfreitag haben wir also gestern Eier auf Lausitzer Art bemalt. Man nehme hartgekochte weiße Eier, flüssigen Kerzenwachs, Federkiele (danke an Karina!) und Lebensmittelfarben.

Farbpalette

Bevor man die Eier in die Farbe gibt, tupft mit man mit den Federkielen Wachs auf die Eier, die bewachsten Stellen behalten die aktuelle Farbe bei, der Rest färbt sich. Klingt logisch und einfach, aber es ist trotzdem immer wieder eine schöne Überraschung, was alles für Farbtöne bei rauskommen. :)

farbenfrohe Kunststücke

Letztes Wochenende wollten wir auf dem Jean-Talon Markt einen Bund Forsythienzweige kaufen. Billig ist ja hier wie gesagt nischt, aber $5 pro Zweig (!) fanden wir dann doch unverschämt viel. Na dann eben ohne Osterstrauß. Halb so wild, wir sind von morgen bis Ostermontag sowieso nicht da. Die erste Radtour  – zur Hütte eines Freundes in den Laurentides – steht an. Wird recht rustikal: Es gibt zwar einen Ofen, aber weder Strom noch Wasser. Freuen uns sehr auf ein WE in the woods*.

Euch allen frohe Ostern!

* statt auf’s Land fähtt man hier nämlich into the woods. Ob das Ziel tatsächlich im Wald liegt oder nicht ist dabei Nebensache.

 

 

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[wa:bjeng?!] – Fast-Food

Abendbrot - Stirfry

Heike ist zur Zeit ja nur unterwegs: Action Communiterre Meetings, Santropol Roulant Workshops, City Farm School. Für mich heißt das oftmals, alleine kochen. Ich will mal ein Rezept berichten, dass ich in verschiedenen Varianten in letzter  Zeit häufig koche.

Das Rezept hat eigentlich keinen Namen. Ich habe es von meinen chinesischen Mitfahrern gelernt. Motto dabei, schnell muss es gehen, schmecken und auch nicht zu ungesund sein. Naja und Reis ist immer dabei. Also hier kommt’s:

Zutaten:

  • einen kleinen Brokkoli
  • eine Paprika
  • etwas frischen Knobi oder Ingwer (was man lieber mag) – kleingehackt
  • ein halbes Duzten Schrimps (frisch oder gefroren, aber nicht vorgekocht)
  • Salz
  • Öl
  • Fisch-Sauce, Austern-Sauce oder Soja-Sauce – was es eben im Chinaladen gibt.

Zubereitung

  • Brokkoli und Paprika schnippeln
  • Ingwer oder Knobi schnippeln
  • die Schrimps enthäuten (Achtung: Fummelei). Falls die Schrimps gefroren sind, kurz unter warmen Wasser abspülen
  • Reiswasser kochen. Nebenbei Öl in einer Pfanne erhitzen
  • Wenn das Reiswasser kocht, den Reis dazugeben und los geht’s.
  • Den Ingwer oder Knobi in der Pfanne kurz andünsten (Achtung: nicht verbrennen lassen)
  • Das Gemüse dazu und eine Brise Salz. Etwa 5min anbraten. Das Salz zieht die Flüssigkeit aus dem Gemüse. Dadurch brennt’s nicht an und man braucht weniger, oder gar kein Öl. (Nebenbei im Reis rühren)
  • Das Gemüse mit 2EL Fisch-Sauce und 2EL Austern-Sauce ablöschen und die Hitze runterdrehen (auf Mittel). Nebenbei im Reis rühren.
  • Nach weiteren 3-4min die Schrimps dazu geben. Und ungefähr 5min mitbraten (bis die Schrimps rosa sind)

Nun ist der Reis ja euch fertig. Also alles auf einen Teller und das lecker Abendbrot ist fertig. Das Ganze geht auch ohne Schrimps, schmeckt aber ein bisschen fade. Der Witz ist, dass die Schrimps Geschmack an das Gemüse abgeben. Dadurch wird das Gericht sehr geschmacksintensiv. Wenn man nicht ganz so dolle auf Meerestiergeschmack trimmen will, kann man die Schrimps auch unenthäutet braten. Dadurch bleiben sie selbst saftiger, und der Geschmack geht nicht so in das Gemüse über. Der Nachteil: Man muss beim Essen pulen.

Soviel also zu meinem Fast-Food Abendbrot.

LG
Sören

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[streetview] – Rue Rachel II.

Rue Rachel, Plateau Mont-Royal

 17. März 2012: Hier nochmal ein streetview von Rue Rachel. Wie schon vorher erwähnt, ist dies eine der wichtigsten Ost-Westverbindungen in unserm Viertel, gerade mal zwei Straßenblöcke nördlich von da, wo wir wohnen.

Hier gibt es fast alles, das wir zum Leben in Montréal brauchen: viele Restaurants (unter anderem das portugiesische Grillhänchenrestaurent Romados), unseren Fahrradladen La bicycletterie JR, unsere Autowerkstatt Vito’s Garage und zuguterletzt auch unser Mini-Baumarkt Rona. Die Straße ist  auch ein wichtiger Fahrad-Highway. Im Bild seht ihr rechts einen abgetrennten Bereich zwischen Fahrbahn und Fußweg. Das sind die zwei Spuren Radweg.

Das Bild ist von Osten in Richtung Westen aufgenommen. Im Hintergrund seht ihr den Mont Royal, den Montréaler Hausberg, mit Kreuz und einigen Handymasten. Auch in diesem Winter sind wir hier öfters mal Ski gefahren. Das Schöne ist, dass man eben einfach hinlaufen kann, und los geht’s.

Eine Sache die auch sehr typisch für unser Viertel ist, seht ihr hinten mittig im Bild.  Links neben der Straße steigt Rauch aus einem Schornstein auf. Es handelt sich hier um eine weitere Rotisserie, also eine Hänchen-Grill-Bude. Diese ist ebenfalls portugiesisch und ebenso berühmt wie Romados. Der Unterschied ist, dass sie dort offenbar Probleme mit ihrem Abluftfilter haben. Schon morgens riecht es im gesamtem Viertel nach gebratenem Hähnchen. Der Geruch ist mittlerweile ein typisches Merkmal geworden, auf das man gar nicht mehr verzichten will. Leider hört man Gerüchte, dass das Ordnungsamt das Restaurant schließen will – wegen Geruchsbelästigung. Hach, diese neureichen Besitzer von Eigentumswohnungen können einem aber auch das ganze Flair verderben.

Ansonsten gibt es auf Rue Rachel – eigentlich genau auf der Höhe, auf der ich das Foto gemacht habe – den einzigen kanadischen Stevens-Radladen. Man kriegt hier fast alle Stevens Räder, die es auch in Deutschland gibt. Leider sind die Besitzer/Verkäufer echt bekloppt, und die Räder sind auch recht teuer. Wir konnten uns also noch nicht durchringen, für Heike ein neues Rad zu kaufen, obwohl wir ja schon eine Weile mit dem Galant Lite liebäugeln.

Naja, auf jeden Fall ist Rue Rachel eine der Straßen, die unser Montréaler Leben am meisten beeinflusst, und daher hier die besondere Aufmerksamkeit.

LG
Sören

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[wa:bjeng?!] – Unser neuer Herd

Blaubeer-Muffins & Pizza

So, dieses Wochenende war es endlich soweit. Nach fast einem Jahr Abstinenz, konnten wir endlich wieder was  backen. Ich muss gestehen, dass ich gar nicht soviel Anteil daran hatte, aber Heike hat gleichmal sehr leckere Blaubeer-Muffins gezaubert, und zum Sonntag gab’s selbstgebackene Pizza. Mmmmh! :-D Hach, mit so’nem Backofen fühlt man sich doch gleich viel heimischer, geht’s euch nicht auch so?

LG
Sören

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